Gen für eine „schlanke Linie“ entdeckt

Genforscher suchen meist nach Gen-Varianten, die mit Krankheiten assoziiert sind; es gibt jedoch auch Forscher, die sich um jene Gene oder Mutationen kümmern, die mit Gesundheit zusammenhängen. Dazu zählen etwa Wissenschaftler um Professor Josef Penninger vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien. Der Genforscher und seine Mitarbeiter beschäftigen sich nämlich mit den genetischen Ursachen der Schlankheit, nicht der Adipositas. Dabei sind sie unter anderem auf das ALK-Gen gestoßen. Dieses aus der Onkologie bereits bekannte Gen enthält die Bauanleitung für die Anaplastische Lymphomkinase.

 

Die Befunde der Wiener Forscher legen nun die Frage nahe, ob Substanzen, die das Eiweiß ALK hemmen, zur Therapie von übergewichtigen Menschen verwendet werden könnten. Solche ALK-Hemmer gibt es bereits in der Krebs-Therapie, etwa Crizotinib  , Ceritinib  und      Lorlatinib. Ob solche „aggressiven“ Wirkstoffe allerdings auch für die Adipositas-Behandlung eingesetzt werden sollten, ist eine Frage, auf die es wahrscheinlich unterschiedliche Antworten gibt.

 

 Michael Orthofer et al.: Identification of ALK in Thinness. Cell; DOI: 10.1016/j.cell.2020.04.034.