Information zum Antikörpertest für das neue Corona-Virus (Covid-19)

Bei den in der Presse häufig erwähnten Antikörper-Tests zur Diagnostik einer Infektion mit Covid-19 oder Immunität dagegen handelt es sich um Tests, bei denen – wie bei einem Schwangerschaftstest – ein Tropfen Blut mit einem Lösungsmittel in eine Testkassette gegeben wird.

 

Wenn Antikörper gegen Covid-19 vorhanden sind, kommt es zu einer Farbentwicklung.

 

In einem Interview von Springer Medizin, das letzte Woche in der Ärztezeitung publiziert wurde, rät der Dr. Matthias Orth,  Ärztlicher Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin des Marienhospitals Stuttgart, von einem solchen Test ab, da dieser keine sinnvolle Aussage liefere.

Er erklärt dies wie folgt:

 

Wenn der Test negativ ausfällt, hat der Patient

  • entweder keine Antikörper, also keinen Kontakt mit Covid-19 gehabt
  • oder er ist hochinfektiös, weil in der Frühphase der Erkrankung noch keine Antikörper vorhanden sind

Wenn der Test dagegen positiv ausfällt, ist der Patient

  •  entweder hochinfektiös, weil er sich in der Spätphase der Erkrankung befindet
  •  oder er hat COVID-19 bereits durchgemacht und ist vermutlich immun
  •  oder er hat kreuzreagierende Antikörper gegen andere Coronaviren

Auch die quantitative Labordiagnostik per ELISA auf IgG-, IgA- und IgM-Antikörper gegen SARS-CoV-2 sei in dieser Hinsicht noch hochproblematisch. Wenn jemand eine leichtere Form der Infektion durchgemacht hat, sind die IgG-Antikörper-Titer teilweise nicht ausreichend erhöht. Bei IgA-Antikörpern gibt es Probleme mit der Spezifität: Bei Untersuchungen von Blutspenden aus dem Vorjahr 2019 fand man einen relativ hohen Anteil mit positiven Ergebnis, ohwohl das neue Corona-Virus Covid-19 damals noch gar nicht im Umlauf war.

 

Quelle: Ärztezeitung